In den rund 150 Millionen Jahre alten Plattenkalkablagerungen des Steinbruchs Ettling (Markt Pförring) wurde im Rahmen der aktuellen Forschungsgrabung des Jura-Museums Eichstätts eine sensationelle neue Fischart entdeckt. Ein Forscherteam des Jura-Museums Eichstätts, der australischen James Cook University und der Universität Erlangen haben nun diese Fischart untersucht und in Current Biology beschrieben: Die neue Knochenfischart besaß Zähne wie ein Piranha.

Mikroskopische Untersuchung und CT-Scans der Kiefer des Fossils zeigen lange, spitze Zähne entlang der Außenseite des Vomer (ein Knochen, der das Gaumendach bildet) und an der Spitze von Unter- und Oberkiefer. Die Präartikularknochen, die entlang der Seiten des Unterkiefers liegen, tragen dreieckige Zähne mit gezähnelten Schneidekanten.

Zahnmuster, Zahnform, Kiefermorphologie und Kiefermechanik deuten auf ein Maul hin, das, wie das internationale Forscherteam berichtet, ausgerüstet war, um Fleisch oder Flossen zu schneiden. Indizien weisen auf die Möglichkeit hin, dass sich diese frühen, Piranha-ähnlichen Fische der aggressiven Mimikry bedienten, sich also hinter einem scheinbar harmlosen Äußeren tarnten, um dann umso effektiver anzugreifen; eine erstaunliche Parallele zum Fressverhalten moderner Piranhas.

Besonders verblüffend: Der Fisch gehört zu einer ausgestorbenen Fischgruppe, die für pflasterartige Knackzähne bekannt sind. Es ist, als träfe man auf ein Schaf mit den Reißzähnen eines Löwen. Für Knochenfische ist diese Ernährungsweise sehr ungewöhnlich. Die Fleischfresser unter ihnen knacken normalerweise schalentragende Wirbellose oder schlucken ihre Beute – meist andere Fische – am Stück. Fleischstücke oder Flossen herausbeißen, das können nur extrem wenige.

Der neue Fund stellt die älteste Überlieferung eines Knochenfisches dar, der in der Lage war, Stücke aus anderen Fischen herauszubeißen. In denselben Plattenkalkablagerungen des Ettlinger Steinbruchs fanden sich auch die Opfer – Fische deren Flossen angebissen wurden. Dies ist eine erstaunliche Parallele zu modernen Piranhas, die sich überwiegend nicht vom Fleisch, sondern von den Flossen anderer Fische ernähren. Flossen wachsen nach; sie sind daher eine erneuerbare Nahrungsquelle.

Der neue Fisch Piranhamesodon pinnatomus ist im Jura-Museum Eichstätt ausgestellt.

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Am Dienstag, 25. September 2018 besuchte der Ingolstädter Regionalsender intv die Forschungsgrabung Ettling. Vor Ort informierte sich das Team über die Fragestellungen und Arbeitsweisen der Wissenschaftler des Jura-Museum Eichstätt.

Nach dem Besuch des Steinbruchs fuhr das Film-Team des Senders noch ins Jura-Museum Eichstätt. Anhand von Fossilien aus dem Steinbruch erklärte der Grabungsleiter und geowissenschaftliche Präparator des Museums, wie die Stücke für Analyse und Ausstellung präpariert werden.

Der Film wird am Mittwoch, den 26. September um 18:30 in der Sendung "Studio Landkreis Eichstätt" bei intv zu sehen sein.

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In den letzten Wochen sind drei Kurzfilme für die Dauerausstellung entstanden. Sie zeigen die Wissenschaftliche Grabung in Ettling, die Präparation eines Fossils und ein Interview mit dem geowissenschaftlichen Präparator des Museums. Die Filme sind ab sofort im Turmzimmer des Jura-Museum Eichstätt zu sehen. Aber nicht nur da!

Nahezu zeitgleich richtete die Staatlichen naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) einen Youtube-Channel ein. Dort finden sich diverse Filme aus den und über die Museen und Sammlungen der SNSB. Die Adresse lautet: https://www.youtube.com/channel/UCKZOYWauL0fjkBgEbVAcQCQ.

Präparation

Der Archaeopteryx lithographica des Jura-Museums Eichstätt (Fundort Winterhof bei Eichstätt) wurde als einer von "100 Heimatschätze" der nichtstaatlichen Museen Bayerns von der Bayerischen Landesregierung ausgewählt. Die Auszeichnung als eines der bedeutendsten Sammlungsstücke Bayerischer Museen wurde am Freitag, 13. Juli 2018 von Wissenschaftsministerin Marion Kiechle und Finanzminister Albert Füracker verliehen.
Archaeopteryx
ist als verbindende Form zwischen Reptilien und Vögel die bedeutendste Fossilien-Gattung schlechthin. Sämtliche der 12 Archaeopteryx-Funde stammen aus den Bayerischen Plattenkalken. Das Eichstätter Exemplar ist eines der besterhaltenen Stücke.

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Qiu Rui

Herr Qiu Rui, Wissenschaftler des Institute of Vertebrate Paleontology and Paleoanthropology Peking besuchte am 26.6.2018 das Jura-Museum Eichstätt. Seine Forschung gilt der Evolution und Systematik der theropoden Dinosaurier. In dem Zusammenhang untersuchte er Juravenator starki. Der Dinosaurier wurde bei der Forschungsgrabung des Museums in Schamhaupten gefunden und 2006 beschrieben. Bis heute ist das hervorragend erhaltene Stück der einzige Vertreter seiner Gattung und wird nicht selten von Wissenschaftlern der ganzen Welt besucht.