Das Jura-Museum Eichstätt ist vorübergehend geschlossen.

Aber: Ab dem 09. September 2019 finden aber wieder museumspädagogische Programme im Museumspädagogik-Raum statt. Diese richten sich zunächst an Kinder- und Jugendgruppen, sowie Schulklassen. Eine Liste der Mitmach-Vorträge, Workshops und Exkursionen finden Sie hier.

Offene Veranstaltungen zu naturwissenschaftlichen Themen für Kinder und Jugendliche werden derzeit geplant. Diese werden ab Mitte/Ende September veröffentlicht.

Die Forschungen am Jura-Museum Eichstätt gehen weiter: In der Fachzeitschrift Journal of Vertebrate Paleontology wurden jetzt zwei neue Gattungen von Fischen aus den Jurassischen Plattenkalken der Region beschrieben. Die beiden neuen Fische Zandtfuro tischlingeri Ebert, 2019 und Schernfeldfuro uweelleri Ebert, 2019, benannt nach ihren Fundorten Zandt und Schernfeld im Landkreis Eichstätt, sind kleine Raubfische mit relativ großen Zähnen aus der Gruppe der Halecomorphi.

Die Halecomorphi waren zur Zeit des Oberjura weit verbreitet. Heute ist aus dieser Gruppe nur noch eine einzige Art bekannt, der nordamerikanische Kahlhecht oder Schlammfisch (Amia calva). Es scheint so, dass die Halecomorphi trotz ihrer ehemaligen Artenfülle von den „echten Knochenfischen“ (Teleostei) verdrängt wurden. Das liegt möglicherweise an den verknöcherten Schuppen vieler Halecomorphi, die einerseits das Tier schützten, andererseits durch ihr Gewicht und ihre Unflexibilität die Bewegung und Geschwindigkeit einschränkten. Martin Ebert, der die Fische aus der Sammlung des Jura-Museums Eichstätt wissenschaftlich bearbeitet, erwartet nun, durch die Beschreibung dieser und weiterer neuer Fischarten der Plattenkalke fundierte Aussagen über die Verwandtschaft der Oberjurassischen Fische und die Ökologie der Plattenkalkwannen treffen zu können.

Zandtfuro tischlingeri Ebert, 2019 (Abb. A) ist mit neun bekannten Exemplaren relativ häufig. Die meisten Exemplare stammen aus den Plattenkalken von Zandt bei Denkendorf. Es gibt jedoch auch Exemplare aus der Eichstätter Plattenkalkwanne. 

Von Schernfeldfuro uweelleri Ebert, 2019 (Abb. B) ist bisher nur ein einzelnes Exemplar aus den Oberjurassischen Plattenkalken von Schernfeld bei Eichstätt bekannt.

 

Ebert M 2019. Zandtfuro and Schernfeldfuro, new genera of Halecomorphi (Actinopterygii) from the Upper Jurassic Solnhofen-Archipelago. Journal of Vertebrate Paleontology DOI: 10.1080/02724634.2019.1592759

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Die erste Tagesexkursion des Jahres der „Freunde des Jura-Museums Eichstätt e. V.“ ging am Sonntag 14. April nach Stuttgart in das dortige Naturkundemuseum.

Die Sonderausstellung „Leben im Bernsteinwald“ war das wichtigste Ziel für den Ausflug, den Dr. Helmut Tischlinger wieder bestens vorbereitet hatte. Da die Bernsteinsammlung des Naturkundemuseums am Löwentor immens ist, bot die Sonderausstellung unter sachkundiger Führung beste Einblicke in die erhaltene Vielfalt der Objekte mit Insekten, Spinnen, Federn und sogar Fröschen oder Reptilien, die im Harz eingeschlossen wurden. Besonders interessant waren die unterschiedlichen Bernsteinvorkommen, vor allem aus der Dominikanischen Republik mit einem Alter von 16 Millionen, dem Baltikum mit etwa 40 Millionen und aus Burma mit 100 Millionen Jahren Datierung.

Diese verschiedenen Vorkommen bieten natürlich auch einen Reichtum an Tieren, Farbspektren und Größen. Alle zeitlichen Datierungen mit den örtlichen Vorkommen weltweit konnten über Multimedia abgerufen werden. Neueste Computertechnik macht es auch möglich, die eingeschlossenen Tiere im Harz dreidimensional sichtbar zu machen. Dies ist normalerweise bei Fossilien, die im Gestein oft durch Sedimentation verformt sind schwierig darzustellen.

Danach führte Dr. Günter Schweigert durch die Sammlungsräume des Naturkundemuseums und gab sowohl einen Einblick in die vielfältigen gigantisch großen Stücke von Ichthyosauriern mit Embryonen aus dem Posidonienschiefer als auch die Fossilien aus dem Nusplinger Plattenkalk, der einzigen Fundstelle von Plattenkalk in Baden-Württemberg.

Nach einer Mittagspause im Museumscafé konnten die Teilnehmer entweder weitere Bereiche des Naturkundemuseums mit einer paläontologischen-geschichtlichen Ausstellung vom Erdaltertum bis in die Neuzeit besichtigen oder das Museum Schloß Rosenstein mit Bereichen über Evolution, Lebensräume der Erde und der Vielfalt des Lebens. Über den Schloßpark gab es auch die Möglichkeit die Wilhelma, einen riesigen zoologisch-botanischen Garten mit 11.000 Tieren, einem der artenreichsten weltweit zu besichtigen.

 

Dirk Steffens in Ettling

Die Doku-Sendereihe Terra X des ZDF befasst sich mit spannenden Sachthemen. Derzeit wird an einem Beitrag über Versteinerungen gearbeitet. Dazu reiste ein Filmteam mit dem bekannten Moderator Dirk Steffens am Mittwoch, den 3. April 2019 in den Steinbruch Ettling. Bei strahlendem Wetter konnten Dirk Steffens und sein Team an der dortigen Forschungsgrabung des Jura-Museum Eichstätt teilnehmen. Mit dabei war einer der Pfeilschwänze aus den Aquarien des Jura-Museums, nebst einem versteinerten Verwandten der Solnhofener Plattenkalke. Die Ausstrahlung der fertigen Folge ist für das nächste Jahr geplant.

Fossilen Fische sind ein Schwerpunkt der Forschungen am Jura-Museum Eichstätt. Anfang 2019 ist eine weitere neue Fischart anhand von Material aus dem Jura-Museum beschrieben worden. Weitere Neubeschreibungen werden in Kürze erwartet. Die jetzt neu beschriebene Fischart gehört zur Fisch-Gattung Tharsis, eine der bekanntesten Fossilien der Solnhofener Plattenkalke. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert finden sich Abbildungen dieser fossilen Fische in Büchern zur Naturkunde. Lange war nur eine Art, Tharsis dubius, bekannt. Zwei Paläontologen der University of Kansas (USA) und ein deutscher Wissenschaftler, aktives Mitglied des Fördervereins des Jura-Museum Eichstätt, beschrieben nun eine weitere Art. Sie untersuchten zwei Funde aus Schernfeld bei Eichstätt. Beide Stücke waren durch Dr. Uwe Eller ausgesprochen gut präpariert worden, wobei allein für den Holotypus rund 230 Stunden anfielen. Sie wurden vom Förderverein des Jura-Museum Eichstätt gekauft und dem Museum übergeben. Die neue Art unterscheidet sich in mehreren Punkten im Skelett von Tharsis dubius. Zusammen mit den Gattungen Ascalabos und Ebertichthys werden sie der Familie Ascalaboidae zugerechnet, einer ausgestorbenen Familie früher moderner Knochenfische. Ihre nächsten noch heute lebenden Verwandten sind die Osteoglossomorpha (Knochenzüngler) und Elopomorpha (Tarpunartige, Aalartige, Dornrückenaalartige und Grätenfischartige). Zu Ehren des Präparators benannten die Wissenschaftler die neue Art Tharsis elleri.

Die Publikation ist im Fossil Record, der paläontologischen Zeitschrift des Museum für Naturkunde Berlin veröffentlicht worden. Dieser Link führt zur Publikation.

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Holotypus von Tharsis elleri unter Normal-Licht, JME-SOS 08326, Länge ca. 200mm. Foto H. Tischlinger

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Holotypus von Tharsis elleri unter UV-Licht, JME-SOS 08326, Länge ca. 200mm. Foto H. Tischlinger

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Das Jura-Museum Eichstätt ist vorübergehend geschlossen. Davon betroffen ist auch die Museumspädagogik. Es sind im Moment keine Führungen, Kindergeburtstage und Workshops in der Ausstellung möglich.

Ab dem 09. September 2019 finden aber wieder museumspädagogische Programme in einem eingeschränkten Rahmen im Museumspädagogik-Raum statt. Diese richten sich zunächst an Kinder- und Jugendgruppen, sowie Schulklassen. Eine Liste der Mitmach-Vorträge, Workshops und Exkursionen finden Sie hier.

Offene Veranstaltungen zu naturwissenschaftlichen Themen für Kinder und Jugendliche werden derzeit geplant. Diese werden ab Mitte/Ende September veröffentlicht.